Kultur

Kulturhauptstadt 1998

1998 wurde Sharjah von der UNESCO verdientermaßen zur „Kulturhauptstadt der arabischen Welt“ ernannt. Sharjah ist es gelungen, durch die innovative Einbindung seiner Traditionen in alle Aspekte der modernen Entwicklung den Geist seiner Geschichte zu bewahren. Heute sieht das lebendige, moderne Emirat einer glänzenden Zukunft entgegen, während es gleichzeitig voller Respekt auf seine Geschichte zurückblickt.

Die UNESCO und die arabische Kulturhauptstadt

Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) wurde 1945 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Die UNESCO verfolgt ihre Zielsetzungen durch fünf wichtige Programme: Bildung, Naturwissenschaften, Sozial- und Humanwissenschaften, Kultur sowie Kommunikation und Information. Folgende Projekte werden von der UNESCO gefördert: Alphabetisierung, technische und Lehrerausbildungsprogramme, internationale wissenschaftliche Programme, Förderung unabhängiger Medien und Pressefreiheit, Projekte zur Regional- und Kulturgeschichte, Förderung der kulturellen Vielfalt, internationale Kooperationsabkommen zum Schutz des Kultur- und Naturguts der Welt (Weltkulturerbe).

Die  Ernennung  zur  arabischen  Kulturhauptstadt  erfolgte  im  Rahmen   des  1996   ins Leben gerufenen Kulturhauptstadtprogramms und wurde in einer zwischenstaatlichen Kommission für kulturelle Entwicklung vorgestellt und von dieser gefördert. Die Leitgedanken dieser Kommission sind: die kulturellen Aspekte der Entwicklung durch mehr internationale Zusammenarbeit, die Teilnahme der Bürger am kulturellen Leben und urbane kreative Vielfalt.

Sharjah: Arabische Kulturhauptstadt 1998

Sharjah wurde auf der 11. Ministertagung zur kulturellen Entwicklung in der arabischen Welt von der UNESCO zur arabischen Kulturhauptstadt 1998 gewählt. Mit dieser Auszeichnung wurde den kulturellen Errungenschaften und dem erfolgreichen Erhalt des kulturellen Erbes des Emirats Rechnung getragen. Im gleichen Jahr wurde Sharjah von der Arabischen Liga zur „Arabischen Kulturhauptstadt“ ernannt. Laut Herrn Federico Mayor Zaragoza, Generaldirektor der UNESCO, war Sharjahs Wahl zur Arabischen Kulturhauptstadt 1998 angesichts seiner großen Bedeutung für die Region eine viel versprechende Entscheidung. Die Wahl basiert nicht nur auf dem reichen kulturellen Erbe der Stadt, sondern auch auf ihrer kulturellen Ausstrahlung und ihrer Rolle in der Kultur.

Hauptstadt der islamische Kultur 2014

Sharjah wurde zur Hauptstadt der islamischen Kultur 2014 gewählt. Das Emirat erhielt diese Auszeichnung für seine bemerkenswerten Beiträge zur Erhaltung, Förderung und Verbreitung der lokalen, arabischen und islamischen Kultur unter der Leitung Seiner Hoheit Scheich Dr. Sultan Bin Mohammed Al Qasimi, Mitglied des Obersten Rats der VAE und Herrscher von Sharjah. Der neue Titel stärkt Sharjahs kulturelle Stellung und trägt zur Anerkennung des Emirats und seines vielfältigen Angebots an kulturellen und islamischen Veranstaltungen.

Die neue Auszeichnung bestätigt Sharjahs führende kulturelle Rolle auf lokaler, regionaler, arabischer und internationaler Ebene.

Zu den bedeutendsten kulturellen Leistungen in Sharjah gehört das Projekt „Kultur ohne Grenzen“, in dessen Rahmen in jedem Haushalt eine Bibliothek eingerichtet werden soll. Unter der Leitung des Herrschers erhält jede lokale Familie im Emirat 50 Bücher. Das Organisationskomitee steht unter der Leitung Ihrer Hoheit Scheicha Bedour Bint Sultan Al Qasimi. Ziel des Projekts ist die Förderung und Hervorhebung der Bedeutung der kulturellen Entwicklung innerhalb der Familien, insbesondere bei den Kindern.

Für dieses Projekt ist ein Budget von 150 Millionen Dirham angesetzt und bis zu dessen Abschluss im Jahr 2012 erhalten 42.000 Familien verschiedene Bücher über Religion, Gesundheit und Geschichte sowie Kinderbücher.

Traditionelle Kunst und Kunsthandwerk

Sharjah hat seine kulturellen Traditionen bewahrt, die bis in die Zeit der Wüstenstämme zurückreichen und von deren Stammesgeschichte geprägt sind. Solche Fertigkeiten und Gewerbe wurden durch mündliche Überlieferung weitergegeben und werden heute noch von Besuchern gern gesehen.

Tongefäße – Bei allen archäologischen Ausgrabungen wurden Tongefäße gefunden, die zur Lagerung von Wasser und Getreide dienten. Heute werden solche Gefäße immer noch in holzbefeuerten Brennöfen hergestellt. Die verschiedenen Formen und Größen der Wasser-, Getreide- und späteren Ölgefäße sind im Sharjah Heritage Museum zu sehen. Neue lokal gefertigte Töpferwaren können im Plant Souk in Al Jubail erstanden werden.

Aussteuertruhen – Diese alten arabischen Truhen wurden in der ganzen Golfregion hergestellt und sind heute nur noch selten zu finden. Sie sind aus Massivholz (gewöhnlich Rosenholz) mit Einlegearbeiten aus Messing und verfügen oftmals über ein Geheimfach. Für die Perlenindustrie wurden spezielle kleinere Holztruhen mit vielen Fächern gefertigt, die nur mit Schnitzereien verziert waren. Die Perlen wurden bewertet und zusammen mit Waagen und anderen Utensilien rund um die Perlenfischerei nach Größen geordnet in den Fächern aufbewahrt.

Web- und Stickarbeiten – In der Vergangenheit waren die Mädchen einer Familie an der Herstellung ihrer Kleidung beteiligt. Dabei wurden die traditionellen Stickmuster und der Kleidungsstil von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Traditionelle arabische Kleidung besticht durch ihre reichen und harmonisch aufeinander abgestimmten Stickereien auf farbenfrohen Stoffen, die durch einen eng gearbeiteten, offenen Kettenstich gekennzeichnet sind. Ärmel, Säume und Halsausschnitt der Kleidung sind oftmals mit feinen Silber- oder Goldfäden bestickt und mit Pailletten verziert. Die Hosen sind an den Nähten mit schmalen Streifen verziert. Traditionelles Kunsthandwerk ist auch heute noch bei den Frauen des Emirats beliebt.

Dolche und Messer – Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts trugen Männer einen breiten, mit Silberstickereien verzierten Gürtel und einen Khanjar (Dolch). Der in den Küstengebieten des Emirats getragene Dolch (Khanjar Sahily) ist aus Silber und reich verziert. Häufig wurde jedoch anstatt des Dolches ein Messer (bishak) getragen, insbesondere in den östlichen Gebieten der VAE. Die holzgeschnitzte Scheide weist ziselierte und geprägte Silberverzierungen auf und das hölzerne Heft und die Eisenklinge sind ebenfalls reich dekoriert.

Türen – Die traditionellen arabischen Türen dieser Region sind einmalige Zeugnisse des lokalen Kulturerbes und bis zu 500 Jahre alt. Die Türen an Festungen und Häusern in dieser Region sind nicht nur funktional, sondern eines der wichtigsten Dekorationsmittel. Die Menge und Qualität der Schnitzereien hängt vom Preis der Tür und folglich vom Status des Haushalts ab.

Dattelpalme – Allein im östlichen Arabien gibt es über 50 verschiedene Sorten von Dattelpalmen. Die Palmen tragen zu verschiedenen Jahreszeiten Früchte mit unterschiedlicher Fruchtqualität. Die natürliche Reifezeit der Datteln ist in den Sommermonaten von Juni bis Juli.

Vor nicht allzu langer Zeit war dieser Nutzbaum in einem von Ressourcenknappheit geprägten Land überlebenswichtig. Die Frucht war ein hochwertiges Lebensmittel, das das ganze Jahr über verzehrt wurde (frisch, getrocknet oder als Saft), und auch alle anderen Teile des Baums wurden genutzt. Die langen dünnen Blätter wurden getrocknet und zu Matten, Körben, Bürsten und Schüsseln sowie zu isolierende Dachmatten geflochten. Die Mittelrippen waren eine wichtige Komponente beim Bau des traditionellen Shashah Fischerboots. Der Stamm wurde als Mörser ausgehöhlt und aus dem Rest wurde ein Stößel geformt, Damit wurde dann Weizen zerstoßen. Lokal geflochtene Matten, Körbe, Taschen und Schüsseln können im Souk Al Arsah und Souk Al Bahar gekauft werden.

Parfüm und Weihrauch – Parfüm und Weihrauch sind für Männer und Frauen ein integraler Bestandteil des arabischen Lebens und werden in der Regel in Familienunternehmen hergestellt. Die drei Arten von Parfüm und ihre Bestandteile sind streng gehütete Geheimnisse. Attar ist ein ölhaltiges Parfüm. Bakhoor ist ein Räucherduft (entsteht beim Brennen von Holzspänen) und das dritte ist ein Wachs-Sachet, das beim Verbrennen einen Holzkohlegeruch freisetzt. Zwischen der Al Bourj Avenue und dem Kunstviertel gibt es viele Parfümläden, die Öle, Dufthölzer, Flakons und traditionelle Brenner aus Ton, Porzellan oder Silber verkaufen.

Henna – Henna wird aus den Blättern des Hennastrauchs (Lawsonia inermis) gewonnen und seit Jahrhunderten im Nahen Osten und Indien als Schönheitsmittel verwendet. Henna wird traditionell als Haarfärbemittel und zum Verzieren der Handflächen und Fußsohlen verwendet, insbesondere bei Hochzeiten und Eid-Festlichkeiten (Fastenbrechenfest). Die Hennabemalung hat eine kühlende Wirkung und verblasst erst nach mehreren Wochen. Hennabehandlungen werden in indischen und arabischen Schönheitszentren angeboten. Außerdem kann Henna auch im Souk Al Bahar, der sich direkt vor dem Kunstviertel befindet, gekauft werden.

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